Accessibility Commitment Badge: Sichtbar Haltung zeigen für digitale Teilhabe
Digitale Barrierefreiheit ist mehr als eine technische Aufgabe – sie ist eine Frage der Haltung. Mit dem Accessibility Commitment Badge machst du diese Haltung sichtbar und zeigst: Wir nehmen digitale Teilhabe ernst und arbeiten kontinuierlich daran, unsere digitalen Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen.
Hinweis: Das Accessibility Commitment Badge und die Selbstverpflichtung sind freiwillige Initiativen und stellen keinen offiziellen Konformitätsnachweis, kein Zertifikat und keine Rechtsberatung dar.
Kurzantwort (TL;DR)
Das Accessibility Commitment Badge ist ein freiwilliges Zeichen der Selbstverpflichtung. Organisationen erklären damit öffentlich, dass sie digitale Barrierefreiheit aktiv angehen – durch eine Barrierefreiheitserklärung, einen offenen Feedback-Kanal und kontinuierliche Verbesserung. Es ist kein Zertifikat, keine behördliche Prüfung und kein Ersatz für die gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheitserklärung nach BFSG, sondern eine Einladung, sichtbar Haltung für digitale Inklusion zu zeigen.
Was ist das Accessibility Commitment Badge?
Das Accessibility Commitment Badge ist ein digitales Abzeichen, das Organisationen freiwillig auf ihrer Website tragen, um ihr Engagement für digitale Barrierefreiheit sichtbar zu machen. Es steht für eine Selbstverpflichtung: Wir nehmen digitale Teilhabe ernst, wir hören zu, wir lernen dazu, und wir arbeiten Schritt für Schritt daran, Barrieren abzubauen. Das Badge ist damit kein Endpunkt, sondern ein öffentliches Versprechen, sich auf den Weg zu machen – und auf diesem Weg transparent zu bleiben.
Wer kann ein Badge tragen?
Das Badge richtet sich an alle, die digitale Inklusion ernst nehmen – unabhängig von Größe, Branche oder Sektor:
- Unternehmen und Start-ups, die zeigen wollen, dass Barrierefreiheit zu ihrer Markenhaltung gehört
- NGOs und gemeinnützige Organisationen, die Teilhabe konsequent leben wollen
- Öffentliche Einrichtungen, Behörden und Bildungsträger, die Vorbild sein möchten
- Vereine, Stiftungen und Initiativen, die mit kleinen Schritten Großes bewegen
- Kommunikationsteams, Agenturen und Selbstständige, die Verantwortung für ihre digitalen Inhalte übernehmen
Es geht nicht darum, schon perfekt zu sein. Es geht darum, loszulegen – und das sichtbar zu machen.
Wie funktioniert es? In 4 Schritten zur Selbstverpflichtung
1. Sich informieren
Mache dich mit den Grundlagen digitaler Barrierefreiheit vertraut – etwa mit den WCAG-Richtlinien, dem BFSG und konkreten Beispielen für digitale Barrieren.
2. Selbstverpflichtung formulieren
Verfasse deine eigene Selbstverpflichtung für digitale Barrierefreiheit – als sichtbares Statement auf deiner Website.
3. Maßnahmen verankern
Erstelle eine Barrierefreiheitserklärung, richte einen Feedback-Kanal ein und plane konkrete Verbesserungsschritte.
4. Badge tragen und kommunizieren
Binde das Badge auf deiner Website ein, kommuniziere deine Haltung intern und extern – und bleib dran.
Was verpflichtet man sich konkret?
Wer das Badge trägt, verpflichtet sich freiwillig zu mindestens diesen drei Punkten:
1. Barrierefreiheitserklärung erstellen
Eine öffentlich zugängliche Erklärung auf der Website beschreibt transparent, wie barrierefrei das digitale Angebot ist – inklusive bekannter Einschränkungen und geplanter Verbesserungen.
2. Feedback-Kanal einrichten
Menschen, die auf Barrieren stoßen, brauchen eine niedrigschwellige Möglichkeit, dies zu melden – etwa per E-Mail, Formular oder Telefon. Wichtig: Auf Rückmeldungen wird zeitnah und respektvoll reagiert.
3. Regelmäßig verbessern
Digitale Barrierefreiheit ist ein Prozess, kein Status. Die Selbstverpflichtung beinhaltet, regelmäßig zu prüfen, Inhalte zu verbessern, Teams zu schulen und Fortschritte zu dokumentieren.
Optional, aber empfohlen:
- Schulungen für Redaktions- und Entwicklungsteams
- Einbindung von Menschen mit Behinderung in Tests und Feedback
- Transparente Kommunikation über Fortschritte und Rückschritte
Was ist das Badge NICHT?
Damit keine Missverständnisse entstehen, hier ganz klar:
- ❌ Kein Zertifikat – das Badge wird nicht durch eine externe Stelle vergeben oder geprüft.
- ❌ Keine behördliche Anerkennung – es handelt sich um eine freiwillige Initiative.
- ❌ Keine Garantie für Barrierefreiheit – das Badge bestätigt eine Haltung, nicht ein technisches Ergebnis.
- ❌ Kein Ersatz für die Barrierefreiheitserklärung nach BFSG – gesetzliche Pflichten bleiben unberührt.
- ❌ Keine Rechtsberatung – bei rechtlichen Fragen ist eine fachkundige Beratung notwendig.
Das Badge ist ein Schritt in die richtige Richtung – sichtbar, ehrlich und einladend.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Mittelständisches Unternehmen Ein Möbelhersteller setzt sich das Ziel, seine Produktseiten innerhalb von 12 Monaten mit Alternativtexten, klarer Sprache und verbesserter Tastaturnavigation zugänglich zu machen. Mit dem Badge zeigt er seine Haltung – und kommuniziert auf der Über-uns-Seite, was bereits geschafft ist und was noch ansteht.
Beispiel 2: Gemeinnütziger Verein Ein kleiner Bildungsverein nutzt das Badge, um seinen Mitgliedern und Spender:innen zu signalisieren: Wir nehmen Inklusion ernst. Ein einfaches Kontaktformular fungiert als Feedback-Kanal, einmal im Quartal wird die Website überprüft.
Beispiel 3: Kommunale Einrichtung Eine Stadtbibliothek bindet das Badge auf ihrer Startseite ein und verlinkt auf ihre ausführliche Barrierefreiheitserklärung. Nutzer:innen wissen so: Hier wird zugehört, hier wird verbessert.
Konkrete nächste Schritte
- Status quo prüfen: Mache eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner digitalen Angebote.
- Team einbinden: Sprich mit Kolleg:innen aus Redaktion, IT, Kommunikation und Geschäftsleitung.
- Selbstverpflichtung formulieren: Nutze unsere Vorlage zur Selbstverpflichtung digitale Barrierefreiheit.
- Feedback-Kanal einrichten: Eine E-Mail-Adresse reicht für den Anfang.
- Badge einbinden: Setze das Zeichen sichtbar auf deine Website.
- Dranbleiben: Plane Quartals- oder Halbjahres-Reviews ein.
Mehr Hintergrund findest du in unserem Beitrag zu digitaler Teilhabe und Inklusion.
FAQ – Häufige Fragen zum Accessibility Commitment Badge
Muss meine Website schon vollständig barrierefrei sein, um das Badge zu tragen?
Nein. Das Badge steht nicht für einen erreichten Zustand, sondern für dein Engagement. Wichtig ist, dass du dich auf den Weg machst, transparent kommunizierst und konsequent verbesserst.
Ersetzt das Badge die Barrierefreiheitserklärung nach BFSG?
Nein. Das Badge ist eine freiwillige zusätzliche Selbstverpflichtung und ersetzt keine gesetzlich vorgeschriebenen Erklärungen oder Pflichten. Wer vom BFSG betroffen ist, muss die gesetzlichen Anforderungen unabhängig vom Badge erfüllen.
Was passiert, wenn wir die Selbstverpflichtung nicht einhalten?
Es gibt keine Sanktionen – das Badge basiert auf Vertrauen und Eigenverantwortung. Allerdings lebt die Initiative von Glaubwürdigkeit: Wer das Badge trägt, ohne sich zu engagieren, schadet vor allem dem eigenen Ruf. Wir empfehlen, ehrlich zu kommunizieren, wo ihr steht.
Kostet das Badge etwas?
Nein. Das Accessibility Commitment Badge ist eine freiwillige Initiative und kostenfrei nutzbar.
Wer prüft, ob wir die Selbstverpflichtung einhalten?
Niemand – das Badge ist bewusst keine Zertifizierung. Die Selbstverpflichtung ist ein öffentliches Versprechen, dessen Glaubwürdigkeit ihr selbst gestaltet. Transparenz, ein offener Feedback-Kanal und sichtbare Fortschritte sind dabei euer bestes Argument.
Können auch Einzelpersonen oder kleine Blogs das Badge nutzen?
Ja. Jede Person und jede Organisation, die digitale Teilhabe sichtbar voranbringen möchte, ist eingeladen, sich zu engagieren.
Setz jetzt ein Zeichen
Digitale Teilhabe entsteht nicht durch Warten – sondern durch Handeln. Du musst nicht perfekt sein.