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Selbstverpflichtung zur digitalen Barrierefreiheit – Setz ein Zeichen für digitale Teilhabe

Digitale Barrierefreiheit beginnt mit Haltung. Wenn Organisationen freiwillig den ersten Schritt gehen, entsteht eine Bewegung, die das Netz für alle ein Stück offener macht. Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung zeigst du, dass dir digitale Teilhabe wichtig ist – sichtbar, ehrlich und nahbar.

Hinweis: Das Accessibility Commitment Badge und die Selbstverpflichtung sind freiwillige Initiativen und stellen keinen offiziellen Konformitätsnachweis, kein Zertifikat und keine Rechtsberatung dar.


Kurzantwort (TL;DR)

Eine freiwillige Selbstverpflichtung ist ein öffentliches Versprechen deiner Organisation, digitale Barrieren aktiv abzubauen. Sie ersetzt keine gesetzlichen Pflichten – etwa aus dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) – sondern ergänzt sie als sichtbare Haltung. Mit drei einfachen Schritten kannst du heute starten: Bestandsaufnahme machen, Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen und einen Feedback-Kanal einrichten.


Was bedeutet digitale Selbstverpflichtung?

Eine digitale Selbstverpflichtung ist mehr als ein Statement – sie ist ein gelebtes Engagement. Du erklärst öffentlich, dass deine Website, App oder digitale Plattform Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen willkommen heißt. Egal ob jemand mit Screenreader navigiert, auf Tastaturbedienung angewiesen ist oder einfache Sprache bevorzugt: Eure digitale Tür soll für möglichst viele offen stehen. Diese Haltung kannst du Schritt für Schritt entwickeln – Selbstverpflichtung ist ein Weg, kein Endpunkt.


Warum eine freiwillige Selbstverpflichtung?

1. Haltung zeigen

Mit einer Selbstverpflichtung machst du sichtbar, wofür deine Organisation steht: für Offenheit, Respekt und gleichberechtigte Teilhabe. Das ist ein starkes Signal – nach innen wie nach außen.

2. Nutzererfahrung verbessern

Was für Menschen mit Behinderungen funktioniert, funktioniert für alle besser: klare Strukturen, verständliche Sprache, gute Kontraste. Barrierefreiheit ist gute Usability.

3. Vertrauen stärken

Eine transparente Barrierefreiheitserklärung und ein offener Feedback-Prozess signalisieren: Hier wird zugehört. Das schafft Vertrauen bei Nutzer:innen, Mitarbeitenden und Partnern.

4. Vorbild sein

Jede Organisation, die ein Zeichen setzt, inspiriert andere. So entsteht eine Bewegung – und digitale Inklusion wird vom Nischenthema zur Selbstverständlichkeit.


Was beinhaltet die Selbstverpflichtung?

Die freiwillige Selbstverpflichtung umfasst typischerweise drei Bausteine:


Wie fängt man an? Drei konkrete Schritte

Schritt 1: Bestandsaufnahme machen

Schaut euch eure digitalen Angebote ehrlich an. Wo gibt es Barrieren? Erste Hinweise liefern automatisierte Tools (z. B. WAVE, axe), aber auch Gespräche mit echten Nutzer:innen. Eine Übersicht typischer Barrieren findest du unter Digitale Barrieren – Beispiele.

Schritt 2: Barrierefreiheitserklärung formulieren

Schreibt offen, was schon gut funktioniert und wo es noch hakt. Authentizität ist wichtiger als Perfektion. Ein einfacher Feedback-Kanal gehört dazu.

Schritt 3: Zeichen setzen und sichtbar machen

Veröffentlicht eure Selbstverpflichtung – z. B. mit dem Accessibility Commitment Badge – und teilt sie in eurer Kommunikation. So inspiriert ihr andere.


Praxisbeispiele: So kann Engagement aussehen

Mehr zum Thema: Digitale Teilhabe und Inklusion.


Abgrenzung: Freiwillige Selbstverpflichtung und gesetzliche Pflichten

Wichtig zu wissen: Eine freiwillige Selbstverpflichtung ist kein Ersatz für gesetzliche Pflichten. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten ab Juni 2025 verbindliche Anforderungen für viele digitale Produkte und Dienstleistungen – etwa im E-Commerce, bei Banken oder Verkehrsdienstleistern. Auch öffentliche Stellen unterliegen eigenen Regelungen, z. B. zur Pflicht einer Barrierefreiheitserklärung.

Die Selbstverpflichtung auf setz-ein-zeichen.org versteht sich als ergänzendes, freiwilliges Engagement: ein Schritt in die richtige Richtung, der Haltung zeigt und Kultur prägt. Ob und welche gesetzlichen Pflichten konkret für deine Organisation gelten, ist eine Einzelfallfrage – hierfür empfehlen wir die Beratung durch qualifizierte Fachstellen oder juristische Expertise.


FAQ – Häufige Fragen

Ist die Selbstverpflichtung ein Zertifikat?

Nein. Die Selbstverpflichtung ist eine freiwillige, öffentliche Erklärung deiner Organisation. Sie ist kein Zertifikat, keine behördliche Prüfung und kein juristischer Nachweis. Sie zeigt vor allem eines: eure Haltung und euer Engagement.

Ersetzt die Selbstverpflichtung das BFSG oder andere gesetzliche Vorgaben?

Nein. Gesetzliche Pflichten – etwa aus dem BFSG – bleiben unabhängig davon bestehen. Die freiwillige Selbstverpflichtung ergänzt diese, ersetzt sie aber nicht. Bitte klärt eure konkrete rechtliche Situation mit Fachleuten.

Was, wenn unsere Website noch nicht perfekt barrierefrei ist?

Genau dafür ist die Selbstverpflichtung gedacht! Sie ist kein Stempel für Perfektion, sondern ein Versprechen, am Ball zu bleiben. Wichtig ist, offen über den Status zu kommunizieren und kontinuierlich besser zu werden.

Wer kann mitmachen?

Alle: NGOs, Unternehmen, Vereine, öffentliche Einrichtungen, Bildungsträger, Selbstständige. Wer digitale Teilhabe ernst nimmt, ist eingeladen, ein Zeichen zu setzen.

Was kostet die Teilnahme?

Die Initiative ist kostenfrei. Ihr investiert vor allem eines: Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, dazuzulernen.


Jetzt ein Zeichen setzen

Du möchtest mit deiner Organisation Teil der Bewegung werden? Wir begleiten dich gerne auf den ersten Schritten.

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